DFKI eröffnet Testanlage für Unterwasserroboter

3,4 Millionen Liter Salzwasser fasst das neue Testbecken für Robotik-Forschung, das jetzt im Neubau des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz in Bremen eröffnet wurde. Fotos: DFKI GmbH/Annemarie Hirth

3,4 Millionen Liter Salzwasser fasst das neue Testbecken für Robotik-Forschung, das jetzt im Neubau
des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz in Bremen eröffnet wurde.
Fotos: DFKI GmbH/Annemarie Hirth

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat im Technologiepark Universität Bremen eine Maritime Explorationshalle eröffnet. Kernstück der europaweit einmaligen Testanlage für Tauchroboter ist ein 23 Meter langes, 19 Meter breites und 8 Meter tiefes Becken, das 3,4 Millionen Liter Salzwasser fasst.

Dort entwickeln Wissenschaftler künftig Systeme, die zur Inspektion von Schiffen und Pipelines, zur Erkundung unbekannter Gewässer oder zur Reparatur von Offshore-Anlagen wie Windparks eingesetzt werden. Ein weiteres Anwendungsfeld ist das Erschließen von Bodenschätzen und Energiereserven aus der Tiefsee.

Zusätzliche Labore komplettieren die Ausstattung der neuen Halle. Darunter befinden sich eine Druckkammer, in der Komponenten bei einem Wasserdruck von bis zu 6.000 Metern Tiefe geprüft werden, weitere separate Wasserbassins sowie eine virtuelle 3D-Testumgebung.

Kooperationen mit Unternehmen

Die Industrie hat an den Tauchrobotern nach Angaben von Prof. Frank Kirchner, Standortleiter des DFKI in Bremen und Direktor des Forschungsbereichs Robotics Innovation Center, bereits großes Interesse gezeigt. Offshore-Anlagen stellen für ihre Eigentümer erhebliche Werte dar, die sie unbedingt erhalten möchten, so Kirchner. Robotik mache dabei unter anderem die effiziente Wartung der Vielzahl von geplanten Offshore-Windenergieanlagen erst möglich.

Prof. Wolfgang Wahlster, Vorsitzender der DFKI-Geschäftsführung und technisch-wissenschaftlicher Leiter, lud Unternehmen bei der Eröffnungsfeier zur Kooperation mit dem DFKI ein. „Wir bringen Dax-Unternehmen und kleine Mittelständler zusammen“, betonte er. Das DFKI sei sehr praxisorientiert – es beginne bei der Grundlagenforschung und höre beim Bau eines Prototypen noch nicht auf, sondern begleite die Projekte teilweise noch im realen Einsatz auf dem Markt.

Die Technologien, die für die Meere entwickelt werden, sollen teilweise auch in anderen Branchen zum Einsatz kommen. So setzt beispielsweise auch die Landwirtschaft im Nordwesten verstärkt auf Roboter. In Osnabrück wird daher zurzeit die Gründung eines „Agricultural Robotics Lab“ vorbereitet, das an das Bremer DFKI angeschlossen werden soll. Die Firma Grimme Landmaschinen mit Sitz im nahegelegenen Damme zählt zu den rund 20 Gesellschaftern des DFKI.

Schulungen zum Robotereinsatz in der maritimen Wartung und Inspektion

Unternehmen, die sich für den Einsatz von Robotern in der maritimen Wartung und Inspektion, der Landwirtschaft oder der Rehabilitation interessieren, können im Rahmen der Weiterbildungsinitiative Robotik jetzt Schulungen belegen. Die  Arbeitsgruppe Robotik der Universität Bremen bietet in enger Kooperation mit dem Robotics Innovation Center des DFKI verschiedene Workshops in diesen Bereichen an.

Weitere Informationen:
www.robotik-weiterbildung.de/projekte/servicerobotik/

Szenarium aus der Offshore-Industrie: AUV Avalon untersucht eine Pipeline auf Schäden.

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DFKI-Forscher steuern das Unterwasserfahrzeug Seabotix durch das Testbecken. Dort macht es Filmaufnahmen, die live in das Virtual Reality Labor – eine 3D-Testumgebung – übertragen werden.

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