Robotiklabor Bremerhaven bei Tag der offenen Tür vorgestellt

Axel Schwiegershausen (r.) von der Vorweg GmbH demonstrierte im Robotiklabor Bremerhaven die Vorzüge eines Leichtbauroboters, der ohne Schutzzaun mit Menschen interagieren kann.

Axel Schwiegershausen (r.) von der Vorweg GmbH demonstrierte im Robotiklabor Bremerhaven die Vorzüge eines Leichtbauroboters, der ohne Schutzzaun mit Menschen interagieren kann. Foto: Kontrast Medienproduktion

Die Berufliche Bildung Bremerhaven und die Berufliche Schule für Technik haben am Dienstag, 17. Juni, im Rahmen eines „Tags der offenen Tür“ das neue Robotiklabor Bremerhaven vorgestellt. Das Labor wurde als Teil der Weiterbildungsinitiative Robotik des Landes Bremen für die Ausbildung und die betriebsbezogene Weiterbildung eingerichtet. Auch Studierende der Hochschule Bremerhaven können die Anlagen nutzen.

Von dem Projekt sollen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen profitieren. Zwei inhaltliche Schwerpunkte liegen dabei auf der logistischen Abfertigung von Massengütern und auf der automatisierten Inspektion von Windenergieanlagen.

Datensammler im Ewigen Eis

Am Tag der offenen Tür, der in Kooperation mit dem Innovationsnetzwerk i2b ausgerichtet wurde, erhielten die Besucherinnen und Besucher einen Einblick in verschiedene Einsatzbereiche der Robotik im Land Bremen. Nach einem Grußwort von Stadtrat Klaus Rosche stellte Sascha Lehmenhecker vom Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in einem Impulsvortrag den Einsatz von Roboter-Systemen für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen vor. Das AWI setzt sowohl Tauch- als auch Flugroboter ein, um Daten auf und unter dem Eis zu sammeln. Dabei entwickelt es die Technologie gemeinsam mit Wissenschaftlern anderer Einrichtungen weiter, um die Roboter an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Ein Roboter, den auch Grundschüler programmieren können

Im zweiten Impulsvortrag widmete sich Axel Schwiegershausen (Vorwig GmbH) der „Automatisierungstechnik in der Industrie“. Dabei ging er insbesondere auf die Leichtbaurobotik ein, die den Einsatz von Robotern in direkter Nähe zum Menschen ermöglicht, ohne ein Verletzungsrisiko darzustellen.

Schwiegershausen präsentierte einen 6-Achsen-Knickarmroboter des Herstellers Universal Robots, der leicht zu bedienen ist und keinen Schutzzaun benötigt. Darüber hinaus müssen die Anwender nicht intensiv geschult werden. „Meine sechsjährige Tochter kriegt einfache Manöver hin“, berichtete er.

Die Bewegungen des Arms müssen nicht extra programmiert werden – der Arm kann von Hand dorthin geführt werden, wo er eingesetzt werden soll, und die Bewegung wird dabei abgespeichert. Mit Kosten von 18.500 Euro für das vorgestellte Modell ist der Roboter auch vergleichsweise günstig.

Smartphone als Steuerungsgerät

Zum Abschluss warf Thomas Mehwald von Festo Didactic einen Blick auf die „Mobile Robotik in der Produktion“. Gemeinsam mit Stefan Hartmann, dem Labormeister des Robotiklabors Bremerhaven, erläuterte er die Technik des gelieferten Equipments „Pro Log Factory“ anhand von Anwendungsbeispielen. Mehwald demonstrierte, wie sich ein Roboter ganz einfach per Smartphone programmieren lässt – eine Technik, die nach seiner Erfahrung auch Jugendliche neugierig macht.

Die Besucherinnen und Besucher erhielten anschließend die Möglichkeit, selbst mit den Robotern zu experimentieren und sich mit den Vertretern aus Wirtschaft, Forschung und Weiterbildung über den Einsatz von Robotiklösungen in kleinen und mittleren Unternehmen auszutauschen.