Weniger Programmier-Aufwand: Fraunhofer-Institut entwickelt Apps für Roboter

„Konfigurieren statt Programmieren“ lautet das Motto eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Forschungsprojekts, das in diesem Jahr gestartet ist. Das Fraunhofer IPA koordiniert das Projekt „ReApp“ und entwickelt Softwaremodule für Robotersysteme. Der Vorteil: Diese „Apps“ sind wiederverwendbar. Unternehmen können Robotersysteme somit schnell, einfach und kostengünstig anpassen und ihre Produktivität steigern.

Kleine und mittelständische Unternehmen fertigen ihre Produkte häufig in sehr kleinen Losgrößen. Zudem erfordert die zunehmende Produktvielfalt flexible und wirtschaftliche Automatisierungslösungen. Ziel des Forschungsprojekts ReApp ist es, eine einheitliche Plattform mit standardisierten Schnittstellen für Roboterkomponenten zu entwickeln. Diese innovativen Technologien sollen insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen nutzen, die bislang wenige Robotersysteme einsetzen.

Am Fraunhofer IPA werden wiederverwendbare Softwaremodule für Roboter konzipiert. „Diese parametrierbaren Apps sind über einen Robot-App-Store verfügbar und können in der Integrationsplattform z. B. als Plug-Ins eingebunden werden“, erläutert Ulrich Reiser, Projektkoordinator und Gruppenleiter in der Abteilung Roboter- und Assistenzsysteme. „Dank einer modellbasierten Werkzeugkette können Applikationsentwickler neue Apps implementieren und über das den App-Store auch anderen Anwendern zur Verfügung stellen.“

Mithilfe der Plattform sollen sich die Apps schnell anpassen und potenziell für zahlreiche Anwendungen bzw. Robotersysteme wiederverwenden lassen.

Um das notwendige System- und Komponentenwissen zu reduzieren, steht ein Programmierassistent zur Verfügung: Je nach Zielanwendung und Anforderung empfiehlt er die geeignete App. Ein cloud-basierter Simulationsdienst ermöglicht es Applikationsentwicklern darüber hinaus, Anwendungstests schnell und ohne Zusatzaufwand durchzuführen.

Nach drei Jahren Projektlaufzeit soll die Effektivität der in ReApp entwickelten Technologien in drei konkreten Anwendungsfällen demonstriert werden.

Weitere Informationen:
www.reapp-projekt.de