Industrieroboter palettiert Säcke in der Reismühle

Der Roboterarm saugt die Reissäcke an und stapelt sie auf Paletten.

Der Roboterarm saugt die Reissäcke an und stapelt sie auf Paletten.

Der wesentliche Vorteil von Robotern besteht darin, dass sie flexibel einsetzbar sind. Durch eine Umprogrammierung – und bei Bedarf eine Anpassung der Ausstattung – können sie innerhalb kurzer Zeit ganz neue Tätigkeiten erlernen. So hat die Rickmers Reismühle GmbH vor 20 Jahren den Einstieg in die Robotik mit einer gebrauchten Maschine geschafft: Sie war damals mehrere Jahre zum Schweißen eingesetzt worden, schultert nun aber bereits seit zwei Jahrzehnten zuverlässig Reissäcke und ordnet sie auf Paletten an.

Die Säcke, die jeweils 10 oder 25 Kilogramm wiegen, werden auf einem Förderband angeliefert, angesogen und in sechs oder acht Lagen palettiert. Zehn Paletten pro Stunde werden auf diese Weise abgefertigt. Die Arbeit wurde früher noch von Hand erledigt, nahm dabei aber die Rücken der Mitarbeiter stark in Anspruch. Entsprechend positiv wird der Roboter auch in der Belegschaft gesehen.

Zwei bis drei Tage Schulung genügen

Aufgrund der guten Erfahrungen hat Rickmers im November 2014 ein zweites Gerät in Betrieb genommen, das neuer ist und etwas schneller arbeitet, ansonsten aber ähnliche Tätigkeiten verrichtet. Kosten: knapp 100.000 Euro. Laut Betriebsleiter Gerhard Kugler ist das Geld gut angelegt: „Ich würde alles versuchen, um Wege zu finden, die Arbeit für die Mitarbeiter zu erleichtern. Es geht nicht darum, Arbeitsplätze einzusparen, sondern die Gesundheit zu schonen. Dadurch reduziert sich alleine schon die Zahl der Krankheitstage.“

Bei Rickmers sind drei Mitarbeiter in der Lage, die Roboter zu programmieren. „Zwei bis drei Tagen intensive Schulung würden für diesen Zweck reichen“, so Kugler. Im täglichen Geschäft ist allerdings keine Programmierung nötig: Der Bediener der Anlage kann einfach per Knopfdruck das gewünschte Programm auswählen.

Weniger Effizienz bei häufigen Produktwechseln

In anderen Unternehmensbereichen ist der Einsatz von Robotern allerdings noch nicht praktikabel. Rickmers liefert Reis und Hülsenfrüchte nicht nur in den Zehn- und 25-Kilogrammsäcken an Groß-, Industrie- und Endkunden, sondern auch in vielen anderen Formen und Zusammensetzungen. Fertiggerichte sind ebenfalls dabei. Darüber hinaus wechseln die Kunden regelmäßig die Verpackungen. „Es gibt oft Produktwechsel im Sortiment, auf die ein Roboter jedes Mal neu eingestellt werden müsste“, erklärt Kugler. „Das dauert länger als wenn ein Mitarbeiter eben die Kartons greift.“

Die Nutzung neuer Technologien hilft der Rickmers Reismühle GmbH, ihre rund 60 Arbeitsplätze in Bremen zu sichern. Das Traditionsunternehmen ist bereits seit 1872 unter dem Namen Rickmers im Reis-Geschäft aktiv.