Wartungsarbeiten im Meerwasser erleichtern

Beim DFKI werden Roboter unter realitätsnahen Bedingungen getestet. Sie können künftig zum Beispiel die Reparatur von Offshore-Anlagen unterstützen. Foto: DFKI GmbH/Annemarie Hirth

Beim DFKI werden Roboter unter realitätsnahen Bedingungen getestet. Sie können künftig zum Beispiel die Reparatur von Offshore-Anlagen unterstützen. Foto: DFKI GmbH/Annemarie Hirth

Offshore-Windenergieanlagen stehen oft bis zu 50 Meter tief im Wasser ¬– Strömung, Wellengang, Salz, Wind und Bewuchs nagen an den Fundamenten. Die regelmäßige Inspektion und Wartung ist für die Sicherheit der Anlagen essenziell, allerdings ist dies ausgesprochen aufwändig: Meist müssen Taucher entsandt werden, um diese Aufgabe zu übernehmen. Die Arbeit ist nicht nur anstrengend, sondern auch gefährlich.

Die Deutsche Offshore Consult GmbH (DOC) mit Sitz in Bremen und Bremerhaven entwickelt daher bereits seit mehreren Jahren neue Lösungen für die Wartung von Offshore-Windparks. Langjähriger Partner ist dabei ein britisches Unternehmen, das Unterwasserroboter betreibt. Die Weiterbildungsinitiative Robotik war für DOC-Geschäftsführer Jörg Engicht nun eine willkommene Gelegenheit, die Kontakte zur Forschung in der Region Bremen zu stärken. „Die Workshops haben uns stark motiviert, das Thema auf deutscher Seite weiterzutreiben“, berichtet er. „Da muss mehr passieren.“

Nicht genügend Spezialisten verfügbar

Mit mehr als 40 Experten in unterschiedlichen Disziplinen bietet die DOC ihren Kunden unabhängige Umsetzungskompetenz für Offshore-Windparkprojekte. Insbesondere die Gewerke Energieseekabel und Marine Operations – dazu zählen der Hafenumschlag sowie die Installation von Fundamenten und Komponenten der Windenergieanlagen – gehören zu den wichtigsten Kompetenzbereichen.

DOC arbeitet dabei häufig mit Tauchern. In Anbetracht der mehr als 100 Offshore-Windparks, die alleine vor der deutschen Küste geplant sind, reicht die Zahl dieser Fachkräfte jedoch nicht aus. Das englische Partnerunternehmen erforscht daher Technologien, die sich am Kabel durchs Wasser steuern lassen, um die kritischen Punkte zu inspizieren. Laut Engicht wird es allerdings noch eine Weile dauern, bis hochgradig autonome Roboter diese Aufgaben übernehmen können: „Wir müssen erst einmal kleine Schritte machen“, sagt er.

Schweißnähte prüfen und Korrosion entdecken

Als Einstiegsthemen sieht der Geschäftsführer die Schweißnahtprüfung, die Schichtdickenmessung, die Korrosionsprüfung und visuelle Inspektionen. In der Öl- und Gasindustrie seien diese Anwendungen teilweise bereits Standard, allerdings hätten die Betreiber der Anlagen dort andere Möglichkeiten. Im Gegensatz zu Windparks bestehen diese Anlagen aus wenigen Strukturen – die Unternehmen können es sich leisten, auf ein günstiges Wetterfenster zu warten. Darüber hinaus verfügt die Öl- und Gas-Branche über größere finanzielle Möglichkeiten bei der Investition in neue Technologien.

Nicht nur Taucher, sondern auch Elektriker sind in der Windenergie-Branche begehrt. Von denen, die verfügbar sind, erfüllen nur wenige die fachlichen und körperlichen Voraussetzungen – und obendrein müssen sie geneigt sein, sich von Hubschraubern abzuseilen oder schwere Geräte über Leitern in die Gondeln der Windenergieanlagen zu schleppen. DOC sieht daher großes Potenzial für Robotiklösungen mit vielfältigen Aufgabenbereichen rund um Wartung und Instandhaltung.

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