Assistenzrobotik

 

Betriebsbezogene Weiterbildung für den Robotikeinsatz in der Lebensmittelindustrie und der Gesundheitswirtschaft

Übersicht:

Am Bremer Centrum für Mechatronik wurden verschiedene Weiterbildungsmaßnahmen für den Robotik-Einsatz in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie der Gesundheitswirtschaft entwickelt und durchgeführt. Dabei ging es primär um die Nutzerakzeptanz, den Qualifikationstransfer und den Erfahrungsaustausch. Beide branchenspezifischen Ausrichtungen benötigen sowohl gemeinsame Grundlagen als auch anwendungsspezifische Schulungen. Es zeigte sich, dass in den Unternehmen die Bereitschaft zur Teilnahme an Weiterbildungen immer dann vorhanden ist, wenn die Einführung einer Robotiklösung unmittelbar bevorsteht oder bereits implementiert wurde. Für eine längerfristige Perspektive fehlt in den kleinen und mittleren Betrieben oft die Zeit.

Im Bereich Lebensmittelwirtschaft ist die Robotik bereits stellenweise eingeführt, allerdings sahen mehrere Experten im Rahmen der Workshops noch großes ungenutztes Potenzial für die kommenden Jahre. Vorteile werden hier besonders in der Vermeidung von gesundheitlichen Risiken für Mitarbeiter sowie in der verbesserten Hygiene bei der Verarbeitung von Nahrungsmitteln gesehen. Technische Herausforderungen liegen aber noch im Erkennen und Greifen verschiedener Lebensmittel, die alle ihre besonderen Formen und Eigenschaften besitzen.

Im Reha-Bereich nutzten die Weiterbildungsveranstaltungen zur Veranschaulichung den Rollstuhl „Friend“, der am Institut für Automatisierungstechnik der Universität Bremen entwickelt wird. An seinem Beispiel wurden aktuelle und zukünftige Möglichkeiten bezüglich der Sicherheit, der Bilderkennung, des Greifens und der anwenderfreundlichen Programmierbarkeit dargestellt. Der „Friend“ wird bereits von einer querschnittsgelähmten Nutzerin eingesetzt, um in der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen Bücher zu katalogisieren. Mit dieser Hilfe ist ihr die Rückkehr in den Beruf gelungen. Insgesamt ist der Reha-Bereich noch sehr wissenschaftslastig – der Markt für Anwendungen wird jedoch sehr positiv bewertet.

Die Veranstaltungen haben gezeigt, dass noch ein deutlicher Bedarf an Basisinformationen zum Robotereinsatz in den beiden Branchen besteht. Es gilt zu zeigen, dass die Systeme vielfältige Einsatzmöglichkeiten bieten, einfach beherrschbar sind und getreu des Projekttitels sinnvoll einsetzbare „Assistenten“ sein können.

Ziel des Projekts:

Das Projekt Assistenzrobotik richtete sich an zwei sehr verschiedene Branchen, die aber vor ähnlichen technischen Herausforderungen stehen: die Lebensmittelindustrie und die Gesundheitswirtschaft. Daher wurden im Rahmen des Projekts gemeinsame Grundlagen für beide Branchen vermittelt, um anschließend anwendungsspezifische Schulungen anzubieten.

Die Grundlagenschulungen waren allgemein gehalten und deshalb sowohl für Lebensmitteltechniker/innen als auch für Pfleger/innen oder sogar Patient/innen geeignet. In beiden Fällen erfolgte die Schulung für Anwender/innen, die keine Vorkenntnisse in Robotik haben und deren voraussetzbares Grundverständnis sich nicht wesentlich unterscheidet.

Ziel der Schulungen war es, potenziellen Anwender/innen die Potenziale des Robotikeinsatzes in ihren Betrieben aufzuzeigen und Ihnen die Basis-Kenntnisse für den Umgang mit den Geräten zu vermitteln.

Zielgruppen:

Lebensmittelindustrie: Mitarbeiter aus dem Schwerpunkt Industrielle Nahrungsmittelproduktion

  • Anlagenbediener/innen
  • Einrichter/innen
  • Lebensmitteltechniker/innen

Gesundheitswirtschaft: Mitarbeiter aus dem Schwerpunkt Rehabilitation

  • Pfleger/innen
  • Orthopädietechniker/innen
  • Patienten/innen

Anbieter:

Das Projekt wurde gemeinsam vom Bremer Centrum für Mechatronik (BCM) mit einem Mitgliedsinstitut, dem Institut für Automatisierungstechnik (IAT) der Universität Bremen, durchgeführt. Sie hatten bereits anwendungsorientierte Robotiklösungen für Rehabilitation und Lebensmittelindustrie entwickelt.

Vorgehen:

Im Rahmen des Projekts wurden Schulungen entwickelt und als Pilotmaßnahmen durchgeführt. Während der Projektlaufzeit wurde eine laufende Begleitung sichergestellt, um für die Schulungen eine kontinuierlichen Weiterentwicklung und Qualitätsverbesserung zu erreichen.

Das Weiterbildungskonzept wurde in enger Kooperation mit Unternehmen der Gesundheitswirtschaft und der Lebensmittelindustrie umgesetzt. Dabei wurden in beiden Anwendungsfeldern der Robotik sowohl Anwender von Robotiklösungen als auch Systemlieferanten beteiligt. Die Pilotierung von Weiterbildungsangeboten in der Robotik wurde dadurch auf eine breite Basis gestellt.

Bremische Unternehmen, die die Planung und Umsetzung der Weiterbildung von Mitarbeiter/innen aktiv begleiteten, haben gewährleistet, dass branchen- und betriebsspezifische Modelle der Weiterbildung praxisnah erprobt wurden.

Durch zusätzliche Begleitmaßnahmen sollten weitere Mitarbeiter aus anderen Unternehmensbereichen über die aktuellen Entwicklungen informiert werden, um so zur Steigerung der Akzeptanz für Robotiklösungen beizutragen.

Aktuelle Termine:

Das Projekt ist beendet.

Kontakt:

Dr.-Ing. Holger Raffel
BCM Bremer Centrum für Mechatronik
Institut für Automatisierungstechnik (IAT)
Universität Bremen
Tel. 0421 218-62690
E-Mail: raffel@mechatronik-bcm.de

 Vorstellung des Projekts im Video:

 

Das Projekt Assistenzrobotik wird vom Bremer Senator für Arbeit aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.