Servicerobotik

 

Von der Forschung in die Industrie

Übersicht:

Das Zukunftsthema Servicerobotik der AG Robotik der Universität Bremen ist ein branchenübergreifendes Thema. Es geht im Kern darum, dass Roboter zukünftig in der Lage sein werden, sowohl eigenständig Arbeiten durchzuführen als auch eng mit dem Menschen zusammenzuarbeiten. Das Ziel der Veranstaltungen dieses Projekts bestand daher im Transfer von aktuellen Forschungsfragen in die Industrie. Leitende Mitarbeiter in Unternehmen sollten besser in die Lage versetzt werden, zukünftige Entwicklungen und die damit verbundenen Marktreife der Systeme einzuschätzen.

Nach Evaluation der aktuellen Bedarfslagen wurden insgesamt vier Veranstaltungen in zwei sehr unterschiedlichen Anwendungsfeldern durchgeführt: Robotik in der Maritimen Wirtschaft und Rehabilitationsrobotik. In der maritimen Wirtschaft geht es vor allem darum, (teil-) autonome Systeme dort einzusetzen, wo Menschen sehr schwer und oft nur unter Gefahren arbeiten können. Die Rehabilitationsrobotik kann unterdessen besonders von Systemen profitieren, die eng mit dem Menschen interagieren und physische Unterstützung bieten. Insgesamt haben rund 80 Teilnehmer aus Wirtschaft und Forschung die Veranstaltungen des Projekts Servicerobotik besucht.

Interview mit Dr. Sirko Straube (DFKI):

Ziel des Projekts:

Professionelle Serviceroboter können Menschen in ermüdenden, umständlichen oder gar gefährlichen Situationen unterstützen. Die Anwendungsgebiete sind zahlreich.

Zwei Beispiele:

  • In der medizinischen Rehabilitation können Exoskelette individuelle Unterstützung leisten
  • Bei industriellen Inspektions- und Wartungsaufgaben können spezialisierte (Kletter-) Roboter eingesetzt werden, etwa auf Schiffen und in der maritimen Industrie

Die Forschung und Entwicklung in der Servicerobotik wurde daher in den letzten Jahren intensiviert. Zwischen der wissenschaftlichen Entwicklung und dem realen Einsatz in der Industrie müssen jedoch noch Lücken geschlossen werden. Das Projekt „Servicerobotik“ sollte dazu beitragen.

Inhalt und Ablauf:

Im Rahmen der angebotenen Weiterbildungen kamen Wissenschaftler und Industrie zusammen, um Perspektiven für die Zukunft zu schaffen. Die Weiterbildungen wurden von Wissenschaftlern und industriellen Anwendern ausgestaltet und richteten sich an kleine und mittelständische Unternehmen, die vom Einsatz robotischer Systeme profitieren wollten.

Die Teilnehmer sollten während der Weiterbildung den Stand der Forschung kennenlernen, um einzuschätzen, inwiefern ein Serviceroboter in ihrem Unternehmen Sinn ergibt. Neben Fachvorträgen und Demonstrationen aktueller Technologien bekamen die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre individuellen Fragestellungen einzubringen.

Die Workshops richteten sich an zwei konkrete Anwendungsfelder: Maritime Wartung/Inspektion und Rehabilitationsrobotik. Für jeden dieser Bereiche wurden eintägige Veranstaltungen angeboten, um die Möglichkeiten näher zu beleuchten. Alle Workshops waren auf zwölf Teilnehmer begrenzt.

Anbieter:

Das Projekt „Servicerobotik“ wurde von der Arbeitsgruppe Robotik der Universität Bremen in enger Kooperation mit dem Robotics Innovation Center des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) durchgeführt.

Arbeitsgruppe Robotik
Die AG Robotik gehört zum Fachbereich 3 – Mathematik und Informatik der Universität Bremen. Über 30 Mitarbeiter und rund 15 studentische Hilfskräfte arbeiten hier unter Leitung von Prof. Dr. Frank Kirchner. Dabei kooperieren die Uni-Wissenschaftler eng mit Forschern des ebenfalls von Prof. Kirchner geleiteten Robotics Innovation Center des DFKI.

Robotics Innovation Center
Das Robotics Innovation Center ist ein junger, dynamisch wachsender DFKI-Forschungsbereich mit internationalem Charakter. Derzeit zählt es über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Forschung und Entwicklung tätig sind, unterstützt von mehr als 50 studentischen Hilfskräften.

Das interdisziplinäre Team beider Institute entwickelt intelligente Roboter für die unterschiedlichsten Anwendungsfelder. Dazu zählen die Unterwasser-, Weltraum-, SAR- (Search and Rescue) und Sicherheitsrobotik, Logistik, Produktion und Consumer (LPC), Kognitive Robotik, E-Mobility sowie Rehabilitationsrobotik.

Aktuelle Termine

Das Projekt ist beendet.

Die Workshops

Fokus: Robotik in der Landwirtschaft

Roboter werden zunehmend Bestandteil moderner Landwirtschaft und helfen durch vernetztes Agieren bei der logistischen Planung, Prozessüberwachung und -optimierung. In diesem Workshop stehen die Themen Kooperation von Maschinen, Automatisierung und Autonomie im Fokus, veranschaulicht durch Beispiele aus Industrie und aktueller Forschung.
Termin: 04.07.2014
Teilnahmegebühr: 150 Euro

Fokus: Maritime Wartung und Inspektion

Im Meer sind Industrieanlagen, Schiffe und Leitungen besonderen Belastungen ausgesetzt und ihr Zustand ist schwer zu überwachen. Für solche ungewöhnlichen Inspektionen – oft an Orten, wo Menschen nicht gut hinkommen – sind Roboter bestens geeignet. Neben aktuell beforschten Themen wie Navigation und Sensorik werden in dem Workshop Beispiele aus der Wartung von Offshore-Windanlagen und von Schiffen vorgestellt.
Termin: 11.07.2014
Teilnahmegebühr: 150 Euro

Fokus: Rehabilitationsrobotik

Intelligente und sensible Systeme können Menschen nach Erkrankungen unterstützen und helfen, Chancen auf Heilung voll auszuschöpfen. In dem Workshop werden robotische Reha-Systeme vorgestellt und diskutiert. Forscher, Konstrukteure und Anwender erklären, worin Chancen und Herausforderungen solcher Systeme beim rehabilitativen Einsatz bestehen.
Termin: 18.07.2014
Teilnahmegebühr: 150 Euro

Vertiefungsworkshop: Möglichkeiten und Perspektiven der Servicerobotik

Welche aktuellen Technologien gibt es und was ist Gegenstand der Forschung? Diese Frage soll der Workshop umfassend klären. Die Betrachtung findet auf allen Ebenen statt: von jeweiligen Gesamtsystemen in Forschung und Industrie bis hin zur Komponentenbetrachtung, z.B. den Möglichkeiten heutiger Sensoren, Verfahren zur Navigation und Manipulation und Konzepten zur menschlichen Interaktion und Sicherheit.
Termin: 23.-25.07.2014
Teilnahmegebühr: 350 Euro

Kontakt und weitere Informationen:

Dr. Sirko Straube
Universität Bremen
Fachbereich 3 – Mathematik und Informatik
AG Robotik
Robert-Hooke-Straße 5
28359 Bremen, Germany

Tel.:    +49 421 178 45-6639
E-Mail: sirko.straube@uni-bremen.de

 

Das Projekt Servicerobotik wurde vom Bremer Senator für Arbeit aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.